Was eine freie Abschiedszeremonie wirklich ist – und was sie nicht sein muss
- Denis Janke
- 18. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Viele Menschen kommen mit dieser Frage zu der Vorbereitung einer Zeremonie.
Manchmal ausgesprochen, oft nur zwischen den Zeilen.
„Wie macht man das richtig?“
Die Antwort: Was ist für Sie richtig und was wäre für den Verstorbenen richtig? Das finden wir gemeinsam heraus.
Eine freie Trauerfeier ist kein festes Konzept
Eine Freie Abschiedszeremonie ist kein Ablaufplan.
Kein Formular.
Keine Abfolge von Punkten, die man „abarbeiten“ muss.
Sie ist ein Raum.
Ein Moment.
Ein Innehalten.
Und vor allem: Sie darf sich anfühlen wie der Mensch, von dem wir Abschied nehmen.
Nicht wie das, was man „halt so macht“.
Sie ist nicht religiös – muss es aber auch nicht sein
Viele denken bei Abschied automatisch an Kirche. Andere wissen sofort: Das passt nicht.
Beides ist okay.
Eine freie Abschiedszeremonie ist nicht gebunden:
nicht an Konfessionen
nicht an Glaubenssätze
nicht an vorgegebene Texte
Wenn Glaube, Gebet und Spiritualität eine Rolle spielt, darf sie da sein. Wenn nicht, dann nicht.
Es gibt kein Minuspunkt-System. Keine Erwartungen von aussen, die erfüllt werden müssen.
Sie ist nicht perfekt. Und das ist ihre Stärke.
Eine Abschiedszeremonie soll die Atmosphäre nicht noch mehr drücken. Den Tod nicht schlimmer machen, als er ist.
Sie darf schwer sein. Sie darf still sein.
Sie darf aber auch voller Dankbarkeit sein und voller Schmunzeln über die schönsten gemeinsam erlebten Momente.
Trauer ist kein Bühnenstück. Und eine Abschiedszeremonie ist kein Event.
Gerade dann, wenn Tränen kommen, Pausen entstehen oder Worte fehlen, wird sie echt.
Sie ist persönlich. Mehr als viele erwarten.
Eine freie Abschiedszeremonie ist kein Lebenslauf mit Musik. Es geht nicht darum, alles zu erzählen.
Es geht darum, das Richtige zu erzählen.
kleine Eigenheiten
leise Seiten
vielleicht auch Widersprüche
Einerseits die schönsten Momente und Zeiten aufzugreifen und noch einmal lebendig werden zu lassen.
Andererseits:
Ein Mensch besteht nicht nur aus schönen Erinnerungen. Und genau das darf spürbar werden – ohne zu verletzen, ohne blosszustellen.
Mit Respekt. Und mit Gefühl.
Und was ist dann meine Rolle?
Ich bin nicht derjenige, der vorgibt, wie Abschied aussehen muss. Ich bin derjenige, der zuhört. Der ordnet. Der Worte findet, wenn gerade keine da sind.
Manchmal ganz leise. Manchmal klar. Manchmal auch mit einem kleinen Lächeln – wenn es passt.
Eine freie Abschiedszeremonie ist kein Muss. Aber sie kann Halt geben. Struktur. Und einen Moment, der trägt.
Nicht weil er perfekt ist. Sondern weil er ehrlich ist.
Musik bei einer Freien Trauerzeremonie
Pianomusik hat in einer freien Trauerfeier eine ganz eigene Sprache. Sie drängt sich nicht auf, sie erklärt nichts – und gerade deshalb berührt sie oft tiefer als viele Worte.
Ein Klavier kann tragen, wenn Stille zu schwer wird. Es kann verbinden, wenn Gedanken auseinandergehen. Und es kann einen Raum öffnen, in dem Erinnerungen auftauchen dürfen, ohne dass man sie festhalten muss.
Live gespielte Pianomusik reagiert auf den Moment. Auf die Atmosphäre. Auf das, was gerade im Raum spürbar ist – manchmal sogar auf das, was unausgesprochen bleibt.
Pianomusik in einer freien Trauerfeier ist kein Programmpunkt. Sie ist Begleitung. Und manchmal einfach ein stilles Dasein – genau dann, wenn Worte eine Pause brauchen.


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